Zu lange vor dem Bildschirm oder im Winter die trockene Heizungsluft: Trockene Augen gehören zu den häufigsten Augenbeschwerden überhaupt. Sie können brennen, jucken oder sich anfühlen, als hättest du ständig Sand im Auge. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lassen sich trockene Augen mit einfachen Maßnahmen vorbeugen oder lindern.
Was sind trockene Augen?
Unsere Augen werden von einem dünnen Tränenfilm geschützt. Dieser hält die Augenoberfläche feucht, versorgt sie mit Nährstoffen und sorgt dafür, dass wir klar sehen können. Gleichzeitig schützt der Tränenfilm das Auge vor Schmutz, Keimen und Reizstoffen.
Trockene Augen entstehen, wenn dieser natürliche Schutzfilm gestört ist. Entweder wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder sie verdunstet zu schnell. Dadurch trocknet die Augenoberfläche aus und wird empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen.
Warum der Tränenfilm so wichtig ist
Der Tränenfilm besteht aus mehreren Schichten, die perfekt zusammenspielen. Eine ölige Schicht verhindert, dass die Tränen zu schnell verdunsten. Die wässrige Schicht versorgt das Auge mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Eine Schleimschicht sorgt dafür, dass sich die Tränen gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilen.
Ist dieses Gleichgewicht gestört, können Beschwerden entstehen – selbst dann, wenn die Augen äußerlich ganz normal aussehen.
Was verursacht trockene Augen?
Es gibt viele Gründe, warum Augen trocken werden. Häufig kommen mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Zu viel Zeit vor dem Bildschirm
Wer viele Stunden am Computer arbeitet oder regelmäßig auf Smartphone und Tablet schaut, blinzelt deutlich seltener. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr gleichmäßig verteilt und die Augen trocknen schneller aus.
Tipp: Lege regelmäßig kurze Bildschirmpausen von 20-30 Sekunden ein, lass deinen Blick etwas in die Ferne schweifen (20-30 Meter) ein und achte wirklich bewusst darauf, zu blinzeln.
Trockene Luft durch Heizung oder Klimaanlage
Im Winter sorgt Heizungsluft oft für eine geringe Luftfeuchtigkeit. Auch Klimaanlagen oder Zugluft können den Tränenfilm schneller austrocknen lassen. Besonders in Büros oder im Auto machen sich die Beschwerden häufig bemerkbar.
Trockene Augen durch Medikamente
Auch bestimmte Medikamente können trockene Augen begünstigen. Dazu gehören unter anderem manche Antihistaminika gegen Allergien, Antidepressiva, Blutdruckmedikamente oder hormonelle Präparate. Wenn du den Verdacht hast, dass deine Medikamente die Ursache sein könnten, solltest du sie nicht eigenständig absetzen, sondern das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt suchen.
Trockene Augen im Alter und durch hormonelle Veränderungen
Mit zunehmendem Alter produziert der Körper oft weniger Tränenflüssigkeit. Besonders Frauen sind während und nach den Wechseljahren häufiger betroffen, da hormonelle Veränderungen den Tränenfilm beeinflussen können.
Trockene Augen durch Erkrankungen
Auch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, rheumatische Erkrankungen oder Schilddrüsenprobleme können trockene Augen begünstigen. In diesen Fällen sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Typische Beschwerden bei trockenen Augen
Trockene Augen können sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Häufige Symptome sind:
- Brennen oder Jucken
- Fremdkörpergefühl oder das Gefühl von Sand im Auge
- gerötete Augen
- verschwommenes Sehen, das sich nach dem Blinzeln wieder bessert
- Lichtempfindlichkeit
- Schwere oder müde Augen
- tränende Augen
Gerade tränende Augen überraschen viele Betroffene. Tatsächlich können trockene Augen als Reaktion auf die Reizung vermehrt Tränen produzieren. Diese sogenannten Reflextränen befeuchten die Augen jedoch meist nicht ausreichend und lösen das eigentliche Problem nicht.
Was hilft bei trockenen Augen?
Es gibt verschiedene einfache Lösungen bei trockenen Augen. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab. Oft reicht schon eine Kombination aus kleinen Veränderungen im Alltag und einer guten Augenpflege.
Hausmittel für trockene Augen
- Schon einfache Maßnahmen können die Beschwerden lindern:
- regelmäßig bewusst blinzeln
- ausreichend trinken
- häufiger Bildschirmpausen einlegen
- Zugluft vermeiden
- Räume regelmäßig lüften und auf eine angenehme Luftfeuchtigkeit achten
- warme Kompressen auf die geschlossenen Augen legen, um die Lidränder zu entspannen
Ernährung bei trockenen Augen
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt auch die Gesundheit deiner Augen. Dabei geht es nicht nur um Vitamine für die Augen, die sich auf deine Sehkraft auswirken können. Besonders Omega-3-Fettsäuren stehen im Verdacht, die Zusammensetzung des Tränenfilms positiv zu beeinflussen. Gute Quellen sind beispielsweise fettreiche Seefische wie Lachs oder Makrele sowie Leinsamen, Walnüsse und Chiasamen.
Ebenso ist ausreichend Wasser (oder andere ungesüßte Getränke) zu trinken, damit der Körper genügend Tränenflüssigkeit bilden kann.
Augentropfen
Sogenannte Tränenersatzmittel gehören zu den häufigsten Behandlungsmöglichkeiten. Sie befeuchten die Augen und können Beschwerden spürbar und schnell lindern. Du erhältst Augentropfen für trockene Augen mittlerweile in vielen Drogerien und in jeder Apotheke.
Welche Tropen für dich geeignet sind, hängt von deinen Beschwerden und deinen Gewohnheiten ab. Wer die Tropfen häufig verwendet oder Kontaktlinsen trägt, greift am besten zu konservierungsmittelfreien Tropfen. Lass dich bei Unsicherheit in der Apotheke oder augenärztlichen Praxis beraten.
Trockene Augen und Kontaktlinsen
Wenn du Kontaktlinsen trägst, können trockene Augen besonders unangenehm sein. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass du auf Kontaktlinsen verzichten musst.
Manchmal helfen bereits kürzere Tragezeiten oder speziell für trockene Augen geeignete Kontaktlinsen. Auch benetzende Augentropfen können den Tragekomfort verbessern, sofern sie für Kontaktlinsen geeignet sind.
Wer trotz dieser Maßnahmen dauerhaft Beschwerden hat, sollte seine Augen untersuchen lassen und gegebenenfalls zeitweise auf eine Brille wechseln.
So kannst du trockenen Augen vorbeugen
Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst du deine Augen im Alltag entlasten:
- Blinzle bewusst häufiger – besonders bei Bildschirmarbeit
- Plane regelmäßige Sehpausen ein
- Vermeide direkte Zugluft durch Ventilatoren oder Klimaanlagen
- Sorge für ausreichend Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
- Trinke genügend Wasser
- Pflege und reinige deine Kontaktlinsen sorgfältig
Fallen dir häufiger trockene oder müde Augen auf, kann auch ein Blick auf deine Sehstärke sinnvoll sein. Denn eine nicht optimal korrigierte Fehlsichtigkeit kann die Augen zusätzlich belasten. Bei eyes + more kannst du deine Augen im Rahmen eines kostenlosen Sehtests überprüfen lassen und dich anschließend von unseren Expert:innen beraten lassen.
Wann solltest du mit trockenen Augen zum Arzt?
Gelegentlich trockene Augen sind meist harmlos. Halten die Beschwerden jedoch über längere Zeit an oder verschlimmern sie sich, solltest du eine augenärztliche Praxis aufsuchen.
Lass deine Augen insbesondere untersuchen, wenn:
- die Beschwerden trotz Augentropfen bestehen bleiben
- starke Schmerzen auftreten
- dein Sehvermögen plötzlich schlechter wird
- deine Augen stark gerötet sind
- Lichtempfindlichkeit deutlich zunimmt oder
- eitriges Sekret aus dem Auge austritt
Eine frühzeitige Diagnose hilft dabei, mögliche Grunderkrankungen zu erkennen und die passende Behandlung einzuleiten.
Häufig gestellte Fragen zu trockenen Augen
Ja, in vielen Fällen verschwinden trockene Augen wieder von selbst – vor allem dann, wenn sie durch vorübergehende Auslöser wie lange Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft oder klimatisierte Räume entstehen. Oft helfen schon regelmäßige Pausen, bewusstes Blinzeln oder befeuchtende Augentropfen, um die Beschwerden zu lindern. Halten die Symptome jedoch über mehrere Wochen an oder verschlimmern sie sich, solltest du deine Augen ärztlich untersuchen lassen.
Gelegentlich trockene Augen sind meist harmlos. Bleiben sie jedoch unbehandelt, kann die dauerhaft gereizte Augenoberfläche anfälliger für Entzündungen oder kleine Verletzungen werden. Treten zusätzlich starke Schmerzen, eine plötzliche Sehverschlechterung oder eine ausgeprägte Rötung auf, solltest du zeitnah eine augenärztliche Praxis aufsuchen.
Auch wenn es widersprüchlich klingt: Trockene Augen können verstärkt tränen. Der Grund ist eine Schutzreaktion des Körpers. Ist die Augenoberfläche zu trocken und gereizt, produziert das Auge vermehrt sogenannte Reflextränen. Diese enthalten jedoch eine andere Zusammensetzung als der normale Tränenfilm und können die Augen meist nicht dauerhaft befeuchten. Deshalb können die Augen gleichzeitig trocken sein und tränen.
Ja, trockene Augen können indirekt zu Kopfschmerzen beitragen. Wenn die Augen ständig gereizt sind oder das Sehen durch den gestörten Tränenfilm immer wieder verschwimmt, müssen sich die Augen stärker anstrengen. Diese zusätzliche Belastung kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Bereich der Augen und Stirn auslösen. Halten die Beschwerden an oder treten die Kopfschmerzen regelmäßig auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Auch ein Sehtest kann sinnvoll sein, um eine nicht erkannte Fehlsichtigkeit auszuschließen.