Ob du gerade kurz vor deiner ersten Gleitsichtbrille stehst oder eine neue brauchst, weil sich deine Sehstärke verändert hat: Die Preisspanne für eine Gleitsichtbrille ist groß. Von wenigen hundert bis über tausend Euro ist alles möglich. Hier erfährst du, warum das so ist und welche Faktoren den Preis bestimmen.
Warum kosten Gleitsichtbrillen mehr?
Eine Gleitsichtbrille ist kein Massenprodukt, sondern wird individuell für dich angefertigt. Sie ist abgestimmt auf deine Sehstärke, deine Anatomie und deine Sehgewohnheiten. Genau das macht sie so besonders, aber auch komplexer in der Herstellung als eine einfache Einstärkenbrille. Der Endpreis setzt sich aus vor allem aus diesen Komponenten zusammen:
- Glasindex
- Glasmaterial
- Sehstärke & Komplexität
- Glasveredelungen
- Brillengestell
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Eine hochwertige Gleitsichtbrille muss kein Vermögen kosten:
- Brillengestell inklusive Gleitsichtgläsern ab 319 €
- Brillengläser mit 1,6 Index als Standard
- Hochwertige Kunstoffgläser mit großem Sichtbereich
- Glasveredlungen immer im Preis inklusive
- Fachliche Beratung & Anpassung von unseren ausgebildeten Experten
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Der Glasindex
Der sogenannte Brechungsindex – kurz „Index" – gibt an, wie stark das Glas Licht bricht. Je höher der Index, desto dünner und leichter kann das Glas bei gleicher Sehstärke gefertigt werden. Gängige Werte liegen zwischen 1,50 und 1,74.
Als grobe Orientierung gilt: Ein Index von 1,5 ist der Einstieg und bei schwachen Korrekturen bis etwa ±2,00 Dioptrien völlig ausreichend. Ab einer Sehstärke von ±2,00 bis ±4,00 Dioptrien ist ein Index von 1,6 die empfehlenswerte Wahl. Er bietet einen guten Kompromiss aus Glasdicke, Gewicht und Preis. Bei stärkeren Korrekturen ab etwa ±4,00 bis ±6,00 Dioptrien kann sich ein Index von 1,67 lohnen und wer eine Sehstärke von ±6,00 Dioptrien oder mehr hat, profitiert am meisten vom höchsten verfügbaren Index 1,74.
Achtung: Diese Werte sind Richtwerte! In der Praxis spielen auch der Zylinderwert bei Hornhautverkrümmung und die Gestellgröße eine Rolle. Ein breites Gestell lässt das Glas am Rand optisch dicker erscheinen, weshalb ein Optiker auch bei mittleren Sehstärken gelegentlich zu einem höheren Index raten kann. Mit steigendem Index steigt übrigens auch der Preis. Für Menschen mit hohen Dioptrienwerten ist die Mehrausgabe aber meist eine lohnende Investition.
Das Brillenglas: Kunststoff oder Mineralglas?
Die meisten Gleitsichtgläser werden heute aus Kunststoff gefertigt. Das hat gute Gründe: Kunststoffgläser sind leichter, weniger bruchanfällig und lassen sich vielseitiger veredeln. Mineralglas ("echtes Glas") hingegen ist kratzfester, aber schwerer und zerbrechlicher und wird heute eher selten verwendet.
Bei Gleitsichtbrillen spielt das Gewicht eine besonders wichtige Rolle, da du die Brille den ganzen Tag trägst. Kunststoffgläser sind hier klar im Vorteil und auch preislich meist günstiger.
Sehstärke und Komplexität: Warum individuelle Korrekturen mehr kosten
Nicht jedes Auge ist gleich. Neben dem einfachen Plus- oder Minuswert (Sphäre) gibt es die Hornhautverkrümmung (Zylinder) – auch Astigmatismus genannt – sowie den Achsenwert. Je komplexer deine Korrektur ist, desto aufwendiger ist die Fertigung des Gleitsichtglases.
Ebenso gibt es Unterschiede in den Größen der Sichtfelder des Gleitsichtglases. Je größer das Sichtfeld ist, desto höher ist nicht nur die Sehqualität, sondern meist auch der Preis. Viele Optiker bieten verschiedene Komfortstufen an.
Kostenfaktor Glasveredelungen
Zur Basisausstattung moderner Gleitsichtgläser gehört heute eine Entspiegelung. Sie reduziert störende Reflexe, besonders bei Nachtfahrten oder der Arbeit am Bildschirm. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer Veredelungen:
Hartschicht: Schützt das Glas vor Kratzern, bei Kunststoffgläsern unverzichtbar
UV-Schutz: Schirmt schädliche UV-Strahlung ab und schützt langfristig deine Augen
Blaulichtfilter: Filtert einen Teil des hochenergetischen blauen Lichts, besonders sinnvoll für intensive Bildschirmarbeit.
Tönung oder Selbsttönung: Selbsttönende Brillengläser verwandeln deine Gleitsichtbrille innerhalb weniger Sekunden in eine Sonnenbrille
Lotus-Effekt: Wasser und Schmutz perlen leichter ab
Bei vielen Optikern bezahlst du für jede Veredelung einen extra Aufpreis, diese zahlt sich aber häufig durch eine längere Lebensdauer oder mehr Komfort aus. Bei eyes + more sind diese Veredelungen als Standard bereits im Preis enthalten. Tönungen oder ein Blaulichtfilter können ebenfalls kostenlos ergänzt werden.
Das Brillengestell
Das Brillengestell ist nach den Brillengläsern der zweite große Preistreiber. Hier reicht die Spanne von günstigen Eigenmarken bis zu Designergestellen für mehrere hundert Euro. Bei Gleitsichtbrillen ist die Gestellwahl aber nicht nur Geschmackssache, sondern hat auch funktionale Bedeutung: Das Gestell muss perfekt passen und ausreichend Platz in alle Sehbereiche des Gleitsichtglases ermöglichen. Zu kleine oder zu flache Gestelle können die Nutzung eines Gleitsichtglases einschränken. Auch randlose Brillengestelle eignen sich nur bedingt.
Als Optiker beraten wir dich hier nicht nur zu Stil und Passform, sondern auch zur Eignung eines Gestells für deine spezifischen Gleitsichtgläser.
Aufgepasst: Uns ist wichtig, dass dein Geschmack und nicht der Preis über die Auswahl deiner neuen Gleitsichtbrille entscheidet. Bei uns erhältst du jede Gleitsichbrille aus unseren eigenen Kollektionen ab 319 € und jede Gleitsichtbrille aus unseren Brand-Kollektionen ab 388 €. Entscheidest du dich für Gleitsichtgläser mit einem größerem Sichtbereich, können Zusatzkosten von bis maximal 99 € hinzukommen.
Warum du eine Gleitsichtbrille nicht online kaufen solltest
Im Internet findest du Gleitsichtbrillen, die du dir zu sehr günstigen Preisen direkt nach Hause bestellen kannst. Doch bei Gleitsichtbrillen ist das Online-Kaufen mit ernsthaften Nachteilen verbunden, die zu gesundheitlichen Problemen führen können.
Das Herzstück jeder guten Gleitsichtbrille ist die präzise Zentrierung der Gläser. Dabei werden die optischen Mittelpunkte exakt auf deine Augen ausgerichtet – angepasst an den Abstand deiner Pupillen, die Höhe des Glases vor deinem Auge und die individuelle Neigung des Gestells an deinem Kopf. Eine falsch zentrierte Brille kann Probleme und Nebenwirkungen von Gleitsichtbrillen wie Unschärfen, Verzerrungen, Kopfschmerzen und Schwindel die Folge sein – selbst wenn die Sehwerte korrekt sind.
Eine professionelle Zentrierung erfordert eine spezielle Messtechnik und Fachwissen. Nur beim Optiker vor Ort kann diese Messung korrekt und perfekt auf deine Augen, deine Kopf- und Körperhaltung sowie auf dein ausgewähltes Gestell vorgenommen werden.
Hinzu kommt die Anpassung nach der Fertigung: Auch das beste Gestell sitzt nach dem Auspacken selten perfekt. Als Optiker passen wir dein Brillengestell individuell an deine Kopfform, deine Nasengeometrie und deine Ohren an. Kleine Korrekturen an Nasensteg und Bügeln können einen riesigen Unterschied für den Tragekomfort machen und dafür sorgen, dass du wirklich durch die optimalen Zonen deines Gleitsichtglases schaust.
Nicht weniger wichtig: Wir begleiten dich als Optiker während der Eingewöhnungsphase, sind vor Ort für dich da und nehmen bei Bedarf Korrekturen an deiner Gleitsichtbrille vor. Das ist ein Service, den kein Online-Händler der Welt ersetzen kann.
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