In aller Kürze: Die 5 wichtigsten Punkte

  • Nach jedem Tragen reinigen: Wiederverwendbare Kontaktlinsen sollten nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Tageslinsen werden dagegen direkt entsorgt. 
  • Nur geeignete Pflegemittel verwenden: Kontaktlinsen niemals mit Leitungswasser reinigen oder darin aufbewahren. Verwende ausschließlich passende Kontaktlinsenlösungen. 
  • Hygiene beginnt bei den Händen: Vor jedem Kontakt mit den Linsen die Hände gründlich waschen und mit einem fusselfreien Handtuch abtrocknen. 
  • Behälter regelmäßig pflegen: Alte Reinigungslösung immer vollständig entsorgen, den Kontaktlinsenbehälter reinigen und etwa alle vier bis acht Wochen austauschen. 
  • Bei Beschwerden Linsen herausnehmen: Bei Rötungen, Schmerzen, starkem Tränen oder verschwommener Sicht die Kontaktlinsen sofort entfernen und bei anhaltenden Beschwerden einen Augenarzt aufsuchen. 

Warum müssen Kontaktlinsen regelmäßig gereinigt werden? 

Auch wenn Kontaktlinsen nach dem Herausnehmen oft sauber aussehen, sammeln sich im Laufe des Tages zahlreiche Ablagerungen auf ihrer Oberfläche. Eiweiße und Fette aus der Tränenflüssigkeit, Staub aus der Luft, Kosmetikreste oder kleine Schmutzpartikel setzen sich auf den Linsen fest. Gleichzeitig können sich Bakterien und andere Keime vermehren. 

Bleiben diese Rückstände auf der Kontaktlinse, fühlt sie sich häufig unangenehm an. Sie kann kratzen, das Auge reizen oder die Sicht verschlechtern. Im schlimmsten Fall können sich Keime vermehren und Infektionen der Hornhaut verursachen. Eine sorgfältige Reinigung schützt deshalb nicht nur deine Kontaktlinsen, sondern vor allem deine Augen. 

Kontaktlinsen reinigen in 5 Schritten 

Mit der richtigen Routine dauert die Reinigung nur wenige Minuten. Wichtig ist, dass du jeden Schritt sorgfältig durchführst und ausschließlich geeignete Reinigungslösung für deine Kontaktlinsen verwendest. Insgesamt dauert die Reinigung nur 1-2 Minuten.

1. Hände gründlich waschen

Bevor du deine Kontaktlinsen berührst, solltest du deine Hände gründlich mit einer milden, möglichst parfümfreien Seife waschen. Anschließend trocknest du sie sorgfältig mit einem fusselfreien Handtuch ab. So gelangen möglichst keine Keime oder Fusseln auf die Kontaktlinse oder ins Auge. 

2. Kontaktlinsen vorsichtig herausnehmen

Nimm deine Kontaktlinsen vorsichtig aus dem Auge. Es empfiehlt sich, dabei immer mit demselben Auge zu beginnen. So vermeidest du, dass du bei unterschiedlichen Sehstärken die Linsen vertauschst. 

3. Kontaktlinse in der Handfläche reinigen

Lege die Kontaktlinse in deine saubere Handfläche und gib einige Tropfen der passenden Reinigungslösung darauf. Reibe die Linse anschließend vorsichtig mit der Fingerkuppe für einige Sekunden in Sternenform über beide Seiten. Diese sogenannte Rub-and-Rinse-Methode entfernt viele Ablagerungen besonders gründlich und wird auch bei modernen All-in-One-Lösungen empfohlen. 

4. Kontaktlinse abspülen und in den Behälter legen 

Spüle die gereinigte Linse anschließend mit frischer Kontaktlinsenlösung ab und lege sie in den zuvor gereinigten Kontaktlinsenbehälter. Fülle den Behälter vollständig mit neuer Pflegelösung. Bereits verwendete Lösung sollte niemals erneut genutzt oder mit frischer Lösung vermischt werden. 

5. Kontaktlinsen ausreichend lange desinfizieren  

Damit die Reinigungslösung ihre volle Wirkung entfalten kann, müssen die Kontaktlinsen ausreichend lange im Behälter bleiben. Je nach Pflegesystem beträgt die Einwirkzeit meist mindestens vier Stunden. Maßgeblich sind jedoch immer die Angaben des jeweiligen Herstellers auf der Verpackung. 

Wie reinige ich weiche Kontaktlinsen? 

Weiche Kontaktlinsen sind besonders angenehm zu tragen, nehmen jedoch auch leichter Ablagerungen aus der Tränenflüssigkeit auf. Deshalb solltest du sie nach jedem Tragen sorgfältig reinigen und desinfizieren. 

Für die meisten weichen Monatskontaktlinsen eignen sich All-in-One-Lösungen besonders gut. Sie reinigen, desinfizieren und dienen gleichzeitig zur Aufbewahrung der Kontaktlinsen. Wer sehr empfindliche Augen hat oder zu Allergien neigt, profitiert häufig von einem Peroxidsystem, das ohne Konservierungsstoffe auskommt. 

Eine Ausnahme bilden Tageslinsen. Sie werden nach einmaligem Tragen entsorgt und müssen deshalb nicht gereinigt werden. 

Wie reinige ich harte (formstabile) Kontaktlinsen? 

Formstabile Kontaktlinsen unterscheiden sich sowohl in ihrem Material als auch in ihrer Pflege von weichen Kontaktlinsen. Sie sind besonders langlebig, benötigen dafür aber häufig spezielle Reinigungs- und Aufbewahrungslösungen. 

Auch hier werden die Kontaktlinsen nach dem Herausnehmen zunächst mechanisch gereinigt und anschließend desinfiziert. Zusätzlich empfiehlt sich in regelmäßigen Abständen eine Intensivreinigung mit speziellen Proteinentfernern. Diese lösen hartnäckige Eiweißablagerungen, die sich mit der täglichen Reinigung allein nicht vollständig entfernen lassen. 

Welche Pflegemittel für deine formstabilen Kontaktlinsen geeignet sind, erfährst du bei deinem Optiker oder in den Herstellerangaben deiner Kontaktlinsen. 

Welche Kontaktlinsenlösung ist die richtige?

All-in-One- oder Kombilösungen gehören zu den beliebtesten Pflegemitteln. Sie reinigen, desinfizieren, spülen und dienen gleichzeitig zur Aufbewahrung der Kontaktlinsen. Dadurch ist ihre Anwendung besonders unkompliziert. Sowohl für weiche als auch für formstabile Kontaktlinsen gibt es passende Varianten. 

Peroxidsysteme reinigen und desinfizieren Kontaktlinsen besonders gründlich. Sie enthalten Wasserstoffperoxid und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Deshalb eignen sie sich häufig besonders gut für Menschen mit empfindlichen Augen oder Allergien. 

Nach der Desinfektion muss das Wasserstoffperoxid jedoch vollständig neutralisiert werden. Erst danach dürfen die Kontaktlinsen wieder eingesetzt werden. Nicht neutralisiertes Peroxid darf niemals direkt mit dem Auge in Kontakt kommen. 

Wenn du keine Kombilösung verwendest, benötigst du zusätzlich eine spezielle Aufbewahrungslösung. Sie hält die Kontaktlinsen zwischen den Tragezeiten feucht und hygienisch sauber und unterstützt die Desinfektion nach der Reinigung. 

Wenn du keine Kombilösung verwendest, benötigst du zusätzlich eine spezielle Aufbewahrungslösung. Sie hält die Kontaktlinsen zwischen den Tragezeiten feucht und hygienisch sauber und unterstützt die Desinfektion nach der Reinigung. 

Vor allem formstabile Kontaktlinsen sowie weiche Monatslinsen profitieren von einer regelmäßigen Tiefenreinigung mit Enzymtabletten oder speziellen Proteinentfernern. Sie lösen hartnäckige Proteinablagerungen, die sich im Laufe der Zeit auf der Kontaktlinse ansammeln und die normale Reinigung überstehen können. 

Kontaktlinsenbehälter richtig reinigen 

Nicht nur die Kontaktlinsen selbst, sondern auch der Behälter muss regelmäßig gereinigt werden. Schließlich kommt er täglich mit den Kontaktlinsen und der Pflegelösung in Berührung und kann dadurch ebenfalls zur Quelle von Keimen werden. 

Entleere nach jedem Gebrauch die alte Reinigungslösung vollständig. Anschließend spülst du den Behälter mit Reinigungslösung (niemals Leitungswasser!) aus, wischst ihn mit einem fusselfreien Tuch aus und lässt ihn mit der Öffnung nach oben an der Luft trocknen. So kann die Restfeuchtigkeit besser verdunsten. 

Da sich mit der Zeit dennoch Bakterien im Behälter ansiedeln können, solltest du ihn etwa alle vier bis acht Wochen austauschen – auch dann, wenn er äußerlich noch sauber aussieht. 


 

Die 4 häufigsten Fehler bei der Kontaktlinsenpflege 

  1. Kontaktlinsen mit Leitungswasser reinigen: Viele Probleme mit Kontaktlinsen entstehen nicht durch die Linsen selbst, sondern durch kleine Fehler im Alltag. Besonders häufig werden Kontaktlinsen mit Leitungswasser abgespült oder sogar darin aufbewahrt. Das solltest du unbedingt vermeiden, da Leitungswasser Keime enthalten kann, die schwere Augeninfektionen verursachen können. 
  2. Alte Reinigungslösung: Ebenso solltest du niemals alte und neue Reinigungslösung miteinander vermischen oder eine bereits verwendete Lösung erneut verwenden.  
  3. Tragezeiten: Auch das verlängerte Tragen von Kontaktlinsen über die empfohlene Tragedauer hinaus erhöht das Risiko für Reizungen und Infektionen. 
  4. Ungeeignete Aktivitäten: Wer mit Kontaktlinsen schwimmt, duscht oder schläft, obwohl die Linsen dafür nicht vorgesehen sind, belastet seine Augen zusätzlich und erhöht ebenfalls das Infektionsrisiko. 


Tipps für eine hygienische Kontaktlinsenpflege 

Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst du deine Kontaktlinsen noch hygienischer pflegen. Berühre beispielsweise niemals die Spitze der Flasche mit den Fingern oder der Kontaktlinse, damit keine Keime in die Lösung gelangen. Verschließe die Flasche nach jeder Anwendung sofort wieder und verwende ausschließlich Pflegemittel innerhalb ihres Haltbarkeitsdatums. 

Kontrolliere deine Kontaktlinsen außerdem regelmäßig auf Beschädigungen. Ist eine Linse eingerissen oder verformt, solltest du sie nicht mehr tragen. Regelmäßige Nachkontrollen bei deinem Kontaktlinsen-Experten helfen zusätzlich dabei, den Sitz deiner Kontaktlinsen und die Gesundheit deiner Augen im Blick zu behalten. 


Wann solltest du deine Kontaktlinsen nicht mehr tragen? 

Wenn deine Augen plötzlich stark gerötet sind, schmerzen oder deutlich tränen, solltest du die Kontaktlinsen sofort herausnehmen. Auch bei verschwommenem Sehen, einer erhöhten Lichtempfindlichkeit oder eitrigem Sekret solltest du auf das Tragen verzichten und deine Augen untersuchen lassen. 

Beschädigte oder verformte Kontaktlinsen gehören ebenfalls nicht mehr ins Auge. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du immer einen Augenarzt aufsuchen. 

Häufig gestellte Fragen zur Kontaktlinsenreinigung

Alle wiederverwendbaren Kontaktlinsen solltest du nach jedem Tragen reinigen und desinfizieren. Tageslinsen bilden die Ausnahme, da sie nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. 

Nein. Leitungswasser ist für die Reinigung oder Aufbewahrung von Kontaktlinsen nicht geeignet. Es kann Mikroorganismen enthalten, die schwere Augeninfektionen verursachen können. Verwende deshalb ausschließlich geeignete Kontaktlinsenlösungen. 

Alte Kontaktlinsen gehören in den Restmüll und nicht in die Toilette oder den Abfluss. So verhinderst du, dass Kunststoffe in die Umwelt gelangen. 

Die notwendige Einwirkzeit hängt vom verwendeten Pflegesystem ab. In vielen Fällen beträgt sie mindestens vier Stunden. Maßgeblich sind jedoch immer die Herstellerangaben auf der jeweiligen Reinigungslösung. 

Aus hygienischen Gründen solltest du deinen Kontaktlinsenbehälter etwa alle vier bis acht Wochen ersetzen. Auch bei sorgfältiger Reinigung können sich mit der Zeit Keime und Ablagerungen im Material ansammeln.