Nach einem langen Tag bist du endlich im Bett angekommen, bis dir einfällt, dass du noch deine Kontaktlinsen herausnehmen musst? Egal, wie schwer es dir fällt: Diesen Schritt solltest du nicht auslassen. Denn mit gewöhnlichen Kontaktlinsen solltest du grundsätzlich nicht schlafen. Auch vor einem Mittagsschlaf ist es besser, die Linsen herauszunehmen. Warum das so ist und welche Auswirkungen Schlafen mit Kontaktlinsen für deine Augen hat, erfährst du hier. 

Keine Zeit zum Lesen? Die 5 wichtigsten Punkte zusammengefasst 

  1. Kontaktlinsen vor dem Schlafen herausnehmen: Mit gewöhnlichen Kontaktlinsen solltest du weder über Nacht noch während eines Mittagsschlafs schlafen. 
  2. Schlafen mit Kontaktlinsen belastet die Augen: Die Sauerstoffversorgung der Hornhaut und der Tränenaustausch sind während des Schlafens reduziert. Dadurch können trockene, gerötete oder gereizte Augen entstehen und das Infektionsrisiko steigen. 
  3. Versehentlich eingeschlafen? Befeuchte deine Augen bei Bedarf mit Augentropfen und entferne die Kontaktlinsen erst, wenn sie sich wieder gut bewegen lassen. Ziehe festsitzende Linsen nicht gewaltsam heraus. 
  4. Auch 1 Stunde Mittagsschlaf ist nicht empfehlenswert: Für gewöhnliche Kontaktlinsen gibt es keine Schlafdauer, die pauschal als unbedenklich gilt. 
  5. Ausnahmen gibt es nur bei geeigneten Kontaktlinsen: Einige spezielle Linsen sind für verlängertes Tragen oder das Schlafen vorgesehen. Ob sie für dich geeignet sind, solltest du fachkundig abklären lassen. 


Warum sollte man nicht mit Kontaktlinsen schlafen? 

Kontaktlinsen liegen direkt auf der Hornhaut deines Auges. Damit die Hornhaut gesund bleibt, benötigt sie ausreichend Sauerstoff. Moderne Kontaktlinsen sind zwar sauerstoffdurchlässig, beim Schlafen verändern sich die Bedingungen für deine Augen jedoch deutlich. 

Deine Augen bekommen weniger Sauerstoff 

Wenn du die Augen schließt, gelangt weniger Sauerstoff an die Hornhaut als bei geöffneten Augen. Trägst du zusätzlich Kontaktlinsen, kann die Sauerstoffversorgung weiter eingeschränkt werden. 

Das kann sich am nächsten Morgen beispielsweise durch gerötete, gereizte oder unangenehm trockene Augen bemerkbar machen. 

Das Risiko für Infektionen steigt 

Während du Kontaktlinsen trägst, können sich Ablagerungen und Mikroorganismen auf ihnen sammeln. Gleichzeitig ist der natürliche Tränenaustausch im Schlaf reduziert. Bleiben die Linsen über Nacht auf dem Auge, können dadurch Bedingungen entstehen, die Reizungen und Infektionen begünstigen. 

Im ungünstigsten Fall kann sich die Hornhaut entzünden. Deshalb solltest du gewöhnliche Kontaktlinsen immer herausnehmen vor dem Schlafengehen. 

Die Kontaktlinsen können sich trocken anfühlen 

Vielleicht kennst du das Gefühl nach einem ungeplanten Nickerchen: Die Augen fühlen sich trocken an und die Kontaktlinsen scheinen regelrecht am Auge zu haften. Ursache ist unter anderem, dass beim Schlafen weniger Tränenflüssigkeit über die Kontaktlinse verteilt wird. 

Nach dem Aufwachen können deshalb ein Fremdkörpergefühl, Brennen, Rötungen oder vorübergehend verschwommenes Sehen auftreten. 

Mit Kontaktlinsen geschlafen: Was tun? 

Du bist versehentlich mit deinen Kontaktlinsen eingeschlafen? Dann solltest du sie nach dem Aufwachen nicht hektisch herausnehmen. Vor allem bei trockenen Augen kann die Linse zunächst relativ fest auf dem Auge sitzen. 

Gehe stattdessen folgendermaßen vor: 

  • Blinzle zunächst mehrmals bewusst. So wird Tränenflüssigkeit auf der Augenoberfläche verteilt. 
  • Befeuchte deine Augen bei Bedarf. Dafür kannst du für Kontaktlinsen geeignete Benetzungstropfen verwenden. 
  • Warte, bis sich die Kontaktlinse wieder bewegen lässt. Versuche nicht, eine trockene oder festsitzende Linse gewaltsam zu entfernen. 
  • Nimm die Kontaktlinsen vorsichtig heraus. Tageslinsen solltest du anschließend entsorgen. Wiederverwendbare Linsen reinigst und desinfizierst du entsprechend den Pflegehinweisen. 
  • Gönne deinen Augen eine Pause. Trage nach Möglichkeit zunächst deine Brille, bevor du wieder Kontaktlinsen einsetzt. 

Beobachte deine Augen anschließend. Bleiben sie deutlich gerötet oder treten Schmerzen, starke Lichtempfindlichkeit, Ausfluss oder eine Verschlechterung des Sehvermögens auf, solltest du die Beschwerden zeitnah augenärztlich abklären lassen. 


Mittagsschlaf mit Kontaktlinsen: Ist 1 Stunde okay? 

Für einen kurzen Mittagsschlaf kann ich die Kontaktlinsen doch drin lassen? Nein, besser nicht.  

Auch bei einem Mittagsschlaf sind deine Augen geschlossen und die Sauerstoffversorgung der Hornhaut sowie der Tränenaustausch verändern sich. Deshalb gibt es für gewöhnliche Kontaktlinsen keine bestimmte Schlafdauer, die pauschal als unbedenklich gelten kann. 

Wenn du versehentlich einmal für kurze Zeit mit deinen Kontaktlinsen einschläfst, bedeutet das nicht automatisch, dass deine Augen Schaden nehmen. Regelmäßig solltest du mit ihnen jedoch keinen Mittagsschlaf machen. 

Planst du ein Nickerchen, nimm deine Kontaktlinsen am besten vorher heraus. Für die kurze Zeit vor und nach dem Mittagsschlaf kannst du auf deine Brille zurückgreifen. Nach dem Mittagsschlaf mit frischen und nicht ausgterockneten Augen aufzuwachen, ist auch deutlich angenehmer.


Gibt es Kontaktlinsen, mit denen man schlafen darf? 

Tatsächlich gibt es spezielle Kontaktlinsen, die vom Hersteller ausdrücklich für verlängertes Tragen und teilweise auch für das Tragen über Nacht vorgesehen sind. Häufig werden dafür Begriffe wie „Nachtlinsen“ oder “Night & Day” verwendet. 

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede moderne Kontaktlinse nachts im Auge bleiben darf. Besonders wichtig: Monatslinsen sind nicht automatisch für das Schlafen geeignet. Die Bezeichnung sagt zunächst nur etwas über den vorgesehenen Austauschzeitraum aus und nicht darüber, ob du die Linsen Tag und Nacht tragen kannst. 

Ob verlängertes oder nächtliches Tragen für dich infrage kommt, hängt außerdem von deinen Augen und deinen individuellen Voraussetzungen ab. Lass dich deshalb fachkundig beraten und verwende Kontaktlinsen über Nacht nur, wenn das konkrete Produkt dafür vorgesehen ist und die Trageweise für dich geeignet ist. 

FAQ: Häufige Fragen zum Schlafen mit Kontaktlinsen

Nach einer Nacht mit Kontaktlinsen können deine Augen trocken, gerötet oder gereizt sein. Auch verschwommenes Sehen oder ein Fremdkörpergefühl sind möglich. Einmaliges versehentliches Einschlafen führt nicht zwangsläufig zu einer Komplikation. Trotzdem solltest du die Linsen vorsichtig entfernen und deine Augen beobachten. 

Für gewöhnliche Kontaktlinsen gibt es keine Schlafdauer, die pauschal als sicher gilt. Am besten nimmst du deine Linsen vor jedem Schlafen heraus. Eine Ausnahme können spezielle Kontaktlinsen sein, die ausdrücklich für das Tragen über Nacht vorgesehen sind. 

Auch für einen einstündigen Mittagsschlaf solltest du gewöhnliche Kontaktlinsen nach Möglichkeit herausnehmen. Schläfst du versehentlich kurz ein, entferne die Linsen anschließend vorsichtig und gönne deinen Augen bei Bedarf eine Pause. 

Blinzle nach dem Aufwachen zunächst und befeuchte trockene Augen gegebenenfalls mit geeigneten Benetzungstropfen. Sobald sich die Linsen wieder gut bewegen lassen, kannst du sie vorsichtig herausnehmen. Bei Schmerzen, starken oder anhaltenden Rötungen, Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterungen solltest du dich an einen Augenarzt wenden. 

Rötungen können unter anderem durch trockene oder gereizte Augen und die veränderte Sauerstoffversorgung während des Schlafens entstehen. Verschwinden die Beschwerden nicht oder kommen Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen hinzu, solltest du sie augenärztlich abklären lassen. 

Nicht automatisch. „Monatslinse“ bedeutet lediglich, dass die Kontaktlinse für einen bestimmten Austauschzyklus vorgesehen ist. Ob du mit ihr schlafen darfst, hängt davon ab, ob das konkrete Produkt ausdrücklich für das Tragen über Nacht zugelassen und diese Trageweise für deine Augen geeignet ist.