Nach einer kurzen Nacht, während der Allergiesaison oder nach einem langen Tag vor dem Bildschirm: Geschwollene Augen kennen die meisten von uns. Auf einmal und ohne Vorwarnung wirken die Augenlider plötzlich aufgedunsen. Häufig verschwinden die Schwellungen nach kurzer Zeit allerdings wieder von selbst. Manchmal können sie aber auch auf eine Entzündung oder eine andere Erkrankung hinweisen. 

Die gute Nachricht: In vielen Fällen lassen sich geschwollene Augen mit einfachen Maßnahmen lindern oder sogar vermeiden. Hier erfährst du, welche Ursachen dahinterstecken, welche Hausmittel wirklich helfen und wann du deine Beschwerden ärztlich abklären lassen solltest. 

Was sind geschwollene Augen? 

Geschwollene Augen entstehen, wenn sich Flüssigkeit im Gewebe rund um die Augen einlagert oder das Augenlid entzündet ist. Da die Haut in diesem Bereich besonders dünn und empfindlich ist, fallen schon kleine Schwellungen schnell auf. 

Häufig werden geschwollene Augen mit anderen Erscheinungen verwechselt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: 

  • Geschwollene Augen entstehen meist plötzlich und gehen häufig wieder zurück. 
  • Augenringe sind Verfärbungen unter den Augen und haben andere Ursachen. 
  • Tränensäcke entwickeln sich meist mit zunehmendem Alter und bleiben dauerhaft bestehen.

Je nach Ursache können geschwollene Augen von weiteren Beschwerden begleitet werden, wie zum Beispiel Juckreiz, Brennen, tränenden Augen oder Schmerzen. 

Die 10 häufigsten Ursachen für geschwollene Augen 

Geschwollene Augen können viele Auslöser haben. Oft steckt eine harmlose Ursache dahinter, manchmal benötigen die Beschwerden aber eine Behandlung. 

1. Zu wenig Schlaf 

Schlafmangel gehört zu den häufigsten Ursachen. Während der Nacht regeneriert sich auch das Gewebe rund um die Augen. Fehlt diese Erholungsphase, kann sich Flüssigkeit ansammeln und die Augen wirken morgens geschwollen. 

2. Flüssigkeitseinlagerungen 

Wer am Abend besonders salzig gegessen oder Alkohol getrunken hat, wacht häufig mit geschwollenen Augen auf. Salz bindet Wasser im Körper und begünstigt Einlagerungen im empfindlichen Gewebe der Augenlider. 

3. Allergien 

Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare können eine allergische Reaktion auslösen. Typisch sind geschwollene Augenlider, starker Juckreiz, Tränenfluss und gerötete Augen. 

4. Entzündungen 

Eine Bindehautentzündung, ein Gerstenkorn oder ein Hagelkorn können zu deutlichen Schwellungen führen. Häufig treten zusätzlich Schmerzen, Rötungen oder Druckempfindlichkeit auf. 

5. Trockene oder gereizte Augen 

Lange Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft oder Klimaanlagen können die Augen reizen. Wer zu wenig blinzelt, produziert weniger Tränenflüssigkeit. Daraus resultieren trockene Augen, die zusätzlich gereizt oder leicht geschwollen reagieren können. 

6. Kontaktlinsen 

Schlecht sitzende Kontaktlinsen, mangelnde Hygiene oder zu lange Tragezeiten können die Augen reizen und Schwellungen verursachen. 

7. Augenreiben 

Wer sich häufig die Augen reibt – etwa bei Müdigkeit oder Allergien – reizt das empfindliche Gewebe zusätzlich. Dadurch können die Augenlider anschwellen. 

8. Verletzungen 

Ein Stoß oder eine kleine Verletzung im Bereich des Auges führt häufig zu einer vorübergehenden Schwellung. 

9. Erkrankungen 

Seltener stecken Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme oder Nierenerkrankungen hinter dauerhaft geschwollenen Augen. Bestehen die Beschwerden über längere Zeit oder treten weitere Symptome auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. 

10. Alterungsprozesse 

Mit zunehmendem Alter verliert das Gewebe an Spannkraft. Dadurch können Flüssigkeitseinlagerungen sichtbarer werden und Schwellungen länger bestehen bleiben. 

Warum sind die Augen morgens oft geschwollen? 

Gerade morgens nach dem Aufstehen stellen viele Menschen bei dem ersten Blick in den Spiegel fest, dass ihre Augen leicht geschwollen sind. Das liegt daran, dass sich im Liegen leichter Flüssigkeit im Gewebe rund um die Augen sammeln kann. Nach dem Aufstehen hilft die Schwerkraft dabei, die Flüssigkeit wieder abzubauen. Deshalb verschwinden leichte Schwellungen häufig innerhalb weniger Stunden. 

Geschwollene Augen über Nacht werden durch verschiedene Faktoren begünstigt: 

  • zu wenig Schlaf 
  • salzreiches Essen am Abend 
  • Alkoholkonsum 
  • zu wenig Flüssigkeitsaufnahme 
  • Schlafen in Bauchlage 

Wenn die Schwellungen jedoch täglich auftreten oder im Tagesverlauf nicht zurückgehen, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen. 

Geschwollene Augen durch Allergien 

Gerade während der Pollenzeit gehören geschwollene Augen zu den häufigsten Beschwerden. Kommt das Immunsystem mit einem Allergen in Kontakt, schüttet der Körper Histamin aus. Dadurch erweitern sich die Blutgefäße, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und eine Folge daraus sind geschwollene Augen. 

Typische Anzeichen einer Allergie sind: 

  • geschwollene Augenlider 
  • starker Juckreiz 
  • gerötete Augen 
  • tränende Augen 
  • häufiges Niesen oder eine laufende Nase 

Wer unter Heuschnupfen oder anderen Allergien leidet, sollte möglichst den Kontakt mit den Auslösern vermeiden und sich ärztlich beraten lassen. Antiallergische Augentropfen oder Medikamente können die Beschwerden oft deutlich lindern. 

Was hilft wirklich bei geschwollenen Augen?

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von der Ursache ab. Bei harmlosen Schwellungen reichen oft schon einfache Maßnahmen.

Diese Tipps sind hilfreich und leicht umzusetzen:

  • Kühlen: Ein kühles Gelpad oder ein in ein sauberes Tuch gewickelter Kühlakku kann die Schwellung reduzieren. Ebenso helfen auch Esslöffel aus dem Kühlfach oder gekühlte Gurkenscheiben, wobei sich hier der Effekt wissenschaftlich nur bedingt belegen lässt.  
  • Ausreichend trinken: Trinke ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke über den Tag. Eine gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Körper dabei, eingelagerte Flüssigkeit abzubauen.
  • Kopf leicht erhöht lagern: Ein etwas höheres Kopfkissen kann nächtliche Flüssigkeitseinlagerungen reduzieren.
  • Augen schonen: Gönne deinen Augen regelmäßige Pausen, blinzel regelmäßig und lass den Blick auch mal in die Ferne schweifen. Besonders bei längerer Bildschirmarbeit solltest du deinen Augen regelmäßig eine Pause gönnen.

Nicht reiben: Auch wenn die Augen jucken, solltest du möglichst nicht daran reiben. Dadurch kann sich die Schwellung verstärken.


Geschwollene Augen und Kontaktlinsen

Wenn deine Augen geschwollen oder gereizt sind, solltest du auf Kontaktlinsen verzichten. Die Linsen können das Auge zusätzlich reizen und die Heilung verzögern.

Neben Allergien können auch Reizungen durch die Kontaktlinse, trockene Augen oder eine Infektion die Ursache von geschwollen Augen bei Kontaktlinsenträgern sein. Am besten wechselst du in dem Fall vorrübergehend auf deine Brille und verzichtest auf Augen-Make-up, damit sich deine Augen beruhigen können.

Mangelnde Hygiene bei der Verwendung von Kontaktlinsen kann eine Ursache sein. Umso wichtiger ist es auf eine sorgfältige Kontaktlinsenhygiene zu achten:

  • Hände vor dem Einsetzen gründlich waschen
  • Kontaktlinsen regelmäßig reinigen
  • Kontaktlinsenbehälter sauber halten und regelmäßig austauschen
  • empfohlene Tragezeiten einhalten
  • beschädigte oder abgelaufene Kontaktlinsen nicht weiterverwenden

Treten Schwellungen immer wieder nach dem Tragen deiner Kontaktlinsen auf, solltest du die Passform und deine Augen untersuchen lassen.


So kannst du geschwollenen Augen vorbeugen

Leider lassen sich nicht alle Ursachen für geschwollene Augen im Vorfeld beseitigen. Vielen Schwellungen kannst du jedoch mit einfachen Gewohnheiten vorbeugen.Dazu gehören:

  • ausreichend schlafen 
  • genügend Wasser trinken 
  • Alkohol und sehr salzige Mahlzeiten am Abend nur in Maßen genießen 
  • Bildschirmarbeit regelmäßig unterbrechen 
  • bewusst häufiger blinzeln 
  • Allergien behandeln lassen 
  • Augen möglichst nicht reiben 
  • Kontaktlinsen sorgfältig pflegen 

Auch regelmäßige Augenuntersuchungen helfen dabei, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.


Wann solltest du mit geschwollenen Augen zum Arzt?

In den meisten Fällen sind geschwollene Augen harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Es gibt jedoch Situationen, in denen du ärztlichen Rat einholen solltest.

Eine Untersuchung ist empfehlenswert, wenn:

  • die Schwellung plötzlich und sehr stark auftritt
  • starke Schmerzen bestehen
  • sich dein Sehvermögen verschlechtert
  • Eiter aus dem Auge austritt
  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen
  • das Auge nach einer Verletzung geschwollen ist
  • die Beschwerden mehrere Tage anhalten oder immer wiederkehren

Eine frühzeitige Diagnose hilft dabei, ernsthafte Erkrankungen auszuschließen und die passende Behandlung einzuleiten.

Wenn du den Eindruck hast, dass sich dein Sehen verändert hat oder deine Augen häufiger gereizt sind, kann auch ein professioneller Sehtest sinnvoll sein. Bei eyes + more kannst du deine Augen kostenlos überprüfen lassen und dich persönlich beraten lassen. Ein Sehtest ersetzt jedoch keine augenärztliche Untersuchung, wenn Schmerzen, starke Entzündungen oder andere Warnzeichen auftreten.

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