Eine neue Gleitsichtbrille ist für deine Augen zunächst eine Umstellung. Vielleicht erscheinen manche Bereiche unscharf, das Treppensteigen fühlt sich ungewohnt an oder du musst beim Lesen erst die richtige Kopfhaltung finden. Gerade bei der ersten Gleitsichtbrille sind solche Anfangsschwierigkeiten keine Seltenheit. Mit etwas Geduld und den richtigen Tricks gelingt die Eingewöhnung meist problemlos. Wir zeigen dir, wie lange die Umstellung dauert und wie du dich mit einfachen Tipps und Übungen schneller an deine neue Brille gewöhnst. 


Zusammenfassung 

Eingewöhnungszeit: Die Umstellung auf eine Gleitsichtbrille dauert meist wenige Tage bis etwa ein bis drei Wochen. 

Regelmäßig tragen: Nutze deine neue Gleitsichtbrille möglichst konsequent, um dich an die verschiedenen Sehbereiche zu gewöhnen. 

Richtige Blicktechnik: Bewege deinen Kopf bewusst mit und finde durch kleine Veränderungen der Kopfhaltung den passenden Sehbereich. 

Gezielt üben: Einfache Übungen beim Lesen und beim Wechsel zwischen verschiedenen Entfernungen erleichtern die Eingewöhnung. 

Brille überprüfen lassen: Bleiben Beschwerden bestehen, sollten Sitz, Sehstärke und Zentrierung von unseren Gleitsicht-Experten bei eyes + more kontrolliert werden. 


Warum muss man sich an eine Gleitsichtbrille gewöhnen? 

Eine Gleitsichtbrille ermöglicht dir scharfes Sehen in unterschiedlichen Entfernungen – mit nur einer Brille. Dafür verfügen die Gleitsichtgläser über drei fließend ineinander übergehende Sehbereiche: 

Oberer Glasbereich: Für die Ferne, beispielsweise beim Spazierengehen oder Autofahren. 

Mittlerer Glasbereich: Für mittlere Entfernungen, etwa beim Blick auf den Computerbildschirm. 

Unterer Glasbereich: Für die Nähe, beispielsweise beim Lesen oder bei der Smartphone-Nutzung. 

Deine Augen und dein Gehirn müssen sich zunächst daran gewöhnen, durch den jeweils passenden Bereich zu schauen. Leichte Verzerrungen an den Glasrändern oder ein ungewohntes Raumgefühl sind deshalb gerade am Anfang keine Seltenheit. 

Gleitsichtbrillen kommen häufig bei Alterssichtigkeit zum Einsatz, wenn das Sehen in der Nähe mit zunehmendem Alter schwieriger wird. Ob eine einfache Lesebrille ausreicht oder eine Gleitsichtbrille die bessere Wahl ist, hängt von deinen individuellen Sehbedürfnissen ab. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber „Lesebrille oder Gleitsichtbrille?“. 

Wie lange dauert die Eingewöhnung an eine Gleitsichtbrille? 

Wie schnell du dich an deine neue Gleitsichtbrille gewöhnst, ist individuell unterschiedlich. Manche Menschen kommen bereits nach wenigen Tagen problemlos zurecht, andere benötigen etwa ein bis drei Wochen. 

Die Eingewöhnungsdauer hängt unter anderem von deiner Sehstärke, dem verwendeten Gleitsichtglas und deinen bisherigen Sehgewohnheiten ab. Regelmäßiges Tragen und die richtige Blicktechnik können die Umstellung erleichtern. Solltest du auch nach vier Wochen und trotz regelmäßigen Tragens nicht an deine neue Gleitsichtbrille gewöhnt haben, komm in einem unserer eyes + more Stores vorbei und wir finden gemeinsam heraus, woran es liegen könnte.

Die erste Gleitsichtbrille: So gelingt der Einstieg 

Du hast gerade deine erste Gleitsichtbrille bekommen? Dann beginne die Eingewöhnung am besten in vertrauter Umgebung. Probiere beispielsweise beim Fernsehen, Lesen oder bei der Smartphone-Nutzung in Ruhe aus, wie du die verschiedenen Sehbereiche optimal nutzt. 

Versuche, nicht bei jeder kleinen Unschärfe sofort zu deiner alten Brille zu greifen. Der häufige Wechsel kann die Eingewöhnung erschweren. Wichtig ist allerdings, dass du dich mit deiner neuen Brille sicher fühlst. Besonders beim Treppensteigen und Autofahren solltest du nichts überstürzen. 

Die 7 besten Tipps zur Eingewöhnung an deine Gleitsichtbrille 

Mit ein paar einfachen Tricks aus der Optikerpraxis kannst du dir die Eingewöhnung deutlich erleichtern. 

1. Trage deine Gleitsichtbrille möglichst regelmäßig 

Übung macht den Meister! Je häufiger du deine Gleitsichtbrille trägst, desto schneller gewöhnst du dich an die unterschiedlichen Sehbereiche. Nutze sie deshalb möglichst konsequent im Alltag. Wenn du dich anfangs noch unsicher fühlst, kannst du die Tragezeit in vertrauter Umgebung schrittweise steigern. 

2. Nutze den Nasenspitzen-Trick für scharfes Sehen 

Ein einfacher Trick aus der Optikerpraxis lautet: Richte deine Nase auf das, was du scharf sehen möchtest. 

Schaust du nur mit den Augen weit nach links oder rechts, blickst du möglicherweise durch die unschärferen Randbereiche deiner Gleitsichtgläser. Drehst du dagegen deinen Kopf leicht mit, nutzt du eher den optimalen Sehbereich. Das hilft beispielsweise beim Einkaufen oder beim Blick auf verschiedene Gegenstände. 

3. Finde mit dem Kinn-Trick den richtigen Sehbereich 

Du möchtest etwas lesen, aber die Buchstaben erscheinen unscharf? Dann probiere aus, dein Kinn leicht anzuheben oder zu senken. Dadurch verändert sich der Glasbereich, durch den du schaust. Oft reichen bereits kleine Bewegungen, um den Text scharf zu erkennen. 

Achte darauf, dass du dabei keine dauerhaft unangenehme Kopfhaltung einnehmen musst. 

4. Bewege beim Lesen den Kopf leicht mit 

Beim Lesen längerer Textzeilen können die Buchstaben am Rand unscharf erscheinen, weil der Nahbereich von Gleitsichtgläsern seitlich begrenzt ist. 

Unser Tipp: Bewege deinen Kopf beim Lesen leicht entlang der Zeile mit, statt nur deine Augen zu bewegen. Ein angenehmer Leseabstand und ausreichend Licht erleichtern das Lesen zusätzlich. 

5. Achte auf die richtige Bildschirmhöhe 

Ist dein Monitor zu hoch positioniert, musst du möglicherweise ständig das Kinn anheben, um durch den mittleren Sehbereich scharf zu sehen. Das kann auf Dauer zu einer unangenehmen Kopfhaltung und Nackenproblemen führen. 

Positioniere deinen Bildschirm deshalb so, dass du mit leicht gesenktem Blick darauf schauen kannst. Bei längerer Bildschirmarbeit kann eine spezielle Arbeitsplatzbrille mit größeren Sehbereichen für mittlere Entfernungen sinnvoll sein. 

6. Sei beim Treppensteigen besonders aufmerksam 

Beim Blick nach unten schaust du möglicherweise durch den Nahbereich deiner Gleitsichtbrille. Dadurch können Stufen zunächst unscharf oder verzerrt erscheinen. 

Senke deshalb beim Blick auf die Stufen auch deinen Kopf, um einen geeigneten Sehbereich zu nutzen. Gehe während der Eingewöhnung besonders vorsichtig und verwende den Handlauf. 

7. Achte auf den richtigen Sitz deiner Gleitsichtbrille 

Gleitsichtgläser werden genau auf deine Augen und die Position deiner Brille abgestimmt. Rutscht die Fassung auf der Nase oder sitzt sie schief, kann das deine Sehqualität erheblich beeinträchtigen. 

Wenn du deine Brille häufig zurechtrücken musst, kannst du sie kostenlos in einem eyes + more Store anpassen lassen. 


Einfach Gewöhnung an Gleitsichtbrille: 3 Übungen für den Alltag 

Mit diesen drei Übungen lernst du, die verschiedenen Sehbereiche deiner Gleitsichtbrille gezielt zu nutzen. 

Übung 1: Zwischen drei Entfernungen wechseln 

Schaue zunächst auf einen Gegenstand in der Ferne, anschließend auf einen Computerbildschirm in mittlerer Entfernung und zuletzt auf einen Text in der Nähe. Wiederhole den Wechsel einige Male und achte darauf, welche Kopfhaltung dir jeweils das schärfste Sehen ermöglicht. 

Übung 2: Den Blick gezielt ausrichten 

Suche dir zwei Gegenstände, die etwas seitlich voneinander entfernt stehen, beispielsweise zwei Bilder an der Wand. Schaue abwechselnd auf beide Bilder und drehe deinen Kopf dabei leicht in die jeweilige Richtung. So lernst du, die zentralen Sehbereiche deiner Gläser besser zu nutzen. 

Übung 3: Lesen mit der Gleitsichtbrille üben 

Nimm ein Buch oder eine Zeitung und halte den Text in einem angenehmen Leseabstand vor dich. Suche durch kleine Veränderungen deiner Kopfhaltung den optimalen Nahbereich und lies einige Zeilen. Bewege deinen Kopf dabei bei Bedarf leicht mit. 

Wichtig: Die Übungen sollen sich angenehm anfühlen. Bei Schwindel oder anderen Beschwerden solltest du sie unterbrechen. 

Probleme bei der Eingewöhnung: Wann solltest du zum Optiker? 

Leichte Unschärfen, verzerrte Randbereiche oder ein ungewohntes Raumgefühl können während der Eingewöhnung auftreten. Auch leichte Kopfschmerzen oder Schwindel sind möglich. Solche Beschwerden sollten mit zunehmender Gewöhnung nachlassen. 

Bleiben die Probleme mit der Gleitsichtbrille bestehen oder werden sie stärker, solltest du deine Brille überprüfen lassen. Möglicherweise müssen der Sitz, die Zentrierung oder die Sehstärke angepasst werden. Die Gleitsicht-Experten von eyes + more helfen dir gerne dabei, die Ursache zu finden. 

Bei starkem oder plötzlich auftretendem Schwindel, Doppelbildern oder plötzlichen Sehstörungen ist eine umgehende ärztliche Abklärung wichtig. 

Gut zu wissen: Welche Alternativen und Ergänzungen gibt es zur Gleitsichtbrille? 

Hast du dich erst einmal an deine Gleitsichtbrille gewöhnt, möchtest du den Sehkomfort wahrscheinlich auch in anderen Alltagssituationen nicht mehr missen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: 

Gleitsicht-Sonnenbrillen verbinden Sonnenschutz mit scharfem Sehen in unterschiedlichen Entfernungen – ideal für Urlaub, Spaziergänge und sonnige Tage. 

Gleitsicht-Kontaktlinsen ermöglichen das Sehen in mehreren Entfernungen und können eine praktische Alternative zur Brille sein. Voraussetzung ist eine fachgerechte Anpassung. 

Eine Ersatzbrille ist besonders praktisch, falls deine Gleitsichtbrille verloren geht oder beschädigt ist – oder falls du dir einfach mehr Abwechslung in deiner Brillen-Auswahl wünschst.

Häufige Fragen zur Eingewöhnung an Gleitsichtbrillen

Ja, grundsätzlich kannst du deine neue Gleitsichtbrille von Anfang an den ganzen Tag tragen, sofern du dich damit wohl und sicher fühlst. Regelmäßiges Tragen kann die Eingewöhnung sogar erleichtern. Wenn du anfangs Schwierigkeiten hast, kannst du die Tragezeit in sicheren Alltagssituationen schrittweise steigern. 

Möglichst nicht ständig. Der häufige Wechsel zwischen deiner alten Brille und der neuen Gleitsichtbrille kann die Gewöhnung an die unterschiedlichen Sehbereiche erschweren. Versuche deshalb, deine neue Brille regelmäßig zu tragen. Bei Tätigkeiten, bei denen du dich noch unsicher fühlst, solltest du allerdings kein Risiko eingehen und gegebenenfalls vorab einen unserer Optiker bei eyes + more um Rat fragen. 

Ein leicht ungewohntes Raumgefühl oder vorübergehende Unsicherheit können während der Eingewöhnung vorkommen. Auch leichter Schwindel ist möglich, sollte aber nicht als grundsätzlich harmlos angesehen werden. Wenn die Beschwerden anhalten, zunehmen oder stark ausgeprägt sind, solltest du die Ursache zeitnah abklären lassen. 

Möglicherweise schaust du noch nicht durch den optimalen Nahbereich deiner Gleitsichtgläser. Versuche, deinen Kopf leicht zu heben oder zu senken, bis du den Text scharf erkennst. Achte außerdem auf einen angenehmen Leseabstand. Bleibt das Lesen trotz richtiger Blicktechnik schwierig, solltest du die Brille beim Optiker überprüfen lassen. 

Ja, die Eingewöhnung kann individuell unterschiedlich lange dauern. Manche Menschen benötigen länger als andere, um sich an die neuen Sehbereiche zu gewöhnen. Wenn du allerdings nach zwei bis drei Wochen noch deutliche Schwierigkeiten hast oder nach ca. vier Wochen überhaupt keine Verbesserung bemerkst, solltest du nicht einfach weiter abwarten. Lass überprüfen, ob Sehstärke, Zentrierung, Glasdesign und Sitz deiner Brille zu deinen Bedürfnissen passen.